Pädagogisches Konzept des Genossenschaftlichen Gymnasiums Speicher

Als kleines, familiäres Gymnasium sind wir eine Schule, in der jeder jeden kennt und keiner übersehen wird. Bei uns erreicht man das Abitur nach der 12. Klasse, weshalb wir eine reine Ganztagsschule sind. Daher ist es umso wichtiger, dass sich SchülerInnen, Sorgeberechtigte und Lehrkräfte regelmäßig austauschen, um auf die individuelle Entwicklung eines jeden Kindes und dessen Bedürfnisse zu schauen und diese zu berücksichtigen.

Unser Pädagogisches Konzept setzt sich aus unterschiedlichen Bausteinen zusammen, auf die wir als Schulgemeinschaft zurückgreifen, um jedes Kind in seiner Entwicklung zu stärken.

Allgemein

Eine Klasse umfasst maximal 26 Lernende, um eine kontinuierliche Arbeitsweise zu ermöglichen und jedem Kind eine intensive Förderung zu geben. Unsere Unterrichtsstunden umfassen 60 Minuten, deshalb haben unsere SchülerInnen in manchen Jahrgängen etwas mehr Unterricht in den Hauptfächern als vorgesehen. Der Unterricht richtet sich inhaltlich und vom Umfang nach den Curricula und Vorgaben des Landes Rheinland-Pfalz. Alle SchülerInnen entscheiden sich halbjährlich für eine Arbeitsgemeinschaft. Die AG-Zeiten sind in unseren Stundenplan integriert und bieten den Kindern somit feste Zeiten im Schulalltag, in denen sie sich ihren individuellen Interessen widmen. Die Lern- und Arbeitszeiten werden von unseren Fachlehrkräften betreut. Somit sind beim Erledigen der Hausaufgaben stets Ansprechpartner aus dem Unterricht vor Ort, die jedes Kind kennen und gezielt unterstützen können. Eine angenehme und passgenaue Lernatmosphäre auf den Lerninseln und in der Bibliothek soll das motivierende Erledigen aller Aufgaben unterstützen. Grundsätzlich können alle ohne weitere Aufgaben nach Hause gehen. Dennoch lässt es sich nicht vermeiden, gelegentlich auch außerhalb des Ganztagsbetriebes zusätzliche Vorbereitungen für Klassenarbeiten, Referate bzw. Leistungsüberprüfungen zu Hause zu erledigen. Generell schafft aber die individuelle Lern- und Arbeitszeit mehr Freiräume und entlastet die Eltern und das Familienleben erheblich.

Orientierungsstufe

In der fünften Klasse führen wir das von SchulpsychologInnen des Landes Rheinland-Pfalz entwickelte und in vielen Schulen etablierte Programm zur Primärprävention durch. Es unterstützt die Kinder darin, sich selbst besser kennenzulernen und dient zudem dem Aufbau und der Festigung einer guten Klassengemeinschaft. Durchgeführt wird das Programm mit der Klassenleitung. Es gibt unterschiedliche Bausteine, in denen Übungen und Spiele durchgeführt werden, die sich teilweise auf eigens entwickeltes Material stützen. Die ersten Schritte des Programms unterstützen die Kinder in ihrer Selbstwahrnehmung und der Entwicklung ihrer Empathiefähigkeit. Später werden die Kinder in den Bereichen kommunikative Kompetenz und Beziehungsfähigkeit gestärkt. Am Ende werden die Themen Gefühls- und Stressbewältigung behandelt. Auf jede Einheit folgt eine Phase der Reflexion mit der gesamten Klasse.

Wir haben großes Interesse daran, dass die uns anvertrauten Kinder ihren Weg auch nach der sechsten Klasse am Gymnasium fortsetzen können. Deshalb unterstützen wir die Heranwachsenden in der Orientierungsstufe in besonderem Maße darin, ihre Kompetenzen in verschiedenen Bereichen (z.B. Rechtschreibung, Grammatik, Algebra, Geometrie, Konzentration, Lesen in der Fremdsprache, … ) zu stärken. Dazu ziehen wir ein von KollegInnen ausgearbeitetes Förderkonzept heran. Dieses sieht vor, dass alle FachkollegInnen in pädagogischen Konferenzen für jede/n einzelne/n SchülerIn ermitteln, in welchen Bereichen noch ein Entwicklungsbedarf besteht und wo das Kind bereits über das geforderte Maß hinaus herausgefordert werden sollte. Als Grundlage für die Konferenzen ziehen wir unterschiedliche Diagnoseverfahren, wie zum Beispiel die Münsteraner Rechtschreibanalyse, Mathetests und die Beobachtungen aller LehrerInnen heran. Wo Entwicklungsbedarf besteht, wird das Kind dann einmal wöchentlich in der Individuellen Lern- und Arbeitszeit gefördert, um etwaige Defizite aufzuarbeiten. Die Arbeit findet in Kleingruppen unter Anleitung und Betreuung unserer Fachlehrkräfte statt. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, Stärken auszubauen. In diesem Fall arbeiten die Kinder zum Beispiel an mathematischen Knobelaufgaben oder erlernen das 10-Finger-Tastschreiben.

Um das selbstständige, zielgerichtete Arbeiten auszubilden, findet in den Klassen 5 und 6 einmal wöchentlich eine Stunde des Faches Lern- und Arbeitsmethoden statt. Hier werden Methoden erarbeitet und eingeübt, auf die die Kinder in ihrem Schulalltag zurückgreifen können. Das sind zum Beispiel Konzentrationsübungen, Strategien für die Vorbereitung auf Klassenarbeiten, Präsentationstechniken, der Umgang mit den Office-Programmen, oder der verantwortungsbewusste Umgang mit dem Internet.

Im Laufe der Orientierungsstufe entscheiden wir, ob der weitere Weg auf dem Gymnasium die richtige Entscheidung für das jeweilige Kind ist. Als Grundlage ziehen wir Kriterien zur Schullaufbahnempfehlung heran, welche sich auf das pädagogische Konzept „Neues Haus des Lernens“ von Heinz Klippert stützen. Unser Pädagogisches Konzept kann als Weg zu den Kriterien gesehen werden. Die Kriterien werden den Sorgeberechtigten und SchülerInnen zu Beginn der fünften Klasse dargelegt und erklärt. Bevor eine Empfehlung für die Realschule plus ausgesprochen wird, findet ein Gespräch mit den Eltern statt.