Machbarkeit

Im Auftrag der Verbandsgemeinde Speicher hat Herr Dr. Jens Feld, Schulleiter und Vorstand des Campus Altendiez, eine Machbarkeitsstudie zum Thema genossenschaftliches Gymnasium in Speicher verfasst. Die Zusammenfassung dieser Studie hat uns die Verbandsgemeinde freundlicher Weise zur Verfügung gestellt:

Zusammenfassung der wichtigsten Themen der Machbarkeitsstudie

Diese Zusammenfassung listet nur die Themen die für eine Entscheidung der politischen Gremien  interessant sind. Alle Punkte die in der Studie angesprochen werden sollten bei der Umsetzung in Speicher Beachtung finden.

Allgemeines :

Die Gebäude der ehemaligen Realschule Speicher werden nicht mehr als öffentliche Schule genutzt und für die Zukunft gibt es keine Planungen diese Gebäude jemals wieder aktiv in ein Schulleben einzubinden. Das Gebäude der Hauptschule wurde abgerissen und wenn es jetzt keine Initiative seitens der Kommunen und den Bürgern vor Ort gibt, werden auch die beiden Gebäude der Realschule in der Zukunft nicht weiter existieren.

Die Initiative zur Wiederbelebung der Schule in Speicher sollte genutzt werden um der Zentralisierung des Schulwesens seitens der Landesregierung entgegenzuwirken.

Die Finanzen :

Der Schulträger benötigt in den ersten 3 Jahren Mittel von bis zu einer Million Euro. Dieser Betrag wird benötigt, um die anfallenden Defizite in der Phase vor der Anerkennung der Schule auszugleichen, die sich hauptsächlich aus den Personalkosten zusammensetzen. Hinzu kommen kleinere Umbaumaßnahmen in Sachen Brandschutz.

Deshalb wird es wichtig sein neben den Mitteln die von einer Bank gestellt werden, auch Eigenkapital in Form von privaten Darlehen ( in der Studie Bausteine genannt ) und Spenden zu sammeln. Es sollte daher versucht werden einen Anteil von mindestens 30 % der Kreditsumme als Eigenkapital zu erwirtschaften.

Nach Anerkennung der Schule durch das Land, im 4. Jahr, werden die Personalkosten übernommen und die Einnahmen aus Spenden und Geld der Eltern können zur Tilgung des Kredits eingesetzt werden. Details hierzu können im Wirtschaftsplan nachgelesen werden.

Hilfreich für das Finanzkonzept wäre auch wenn es eine Eigentumsübertragung des Schulkomplexes durch den Kreis geben könnte.

Das Beispiel Oranien Campus zeigt klar, dass die Finanzierung der Schule durchaus umsetzbar ist und dass die finanziellen Risiken überschaubar sind, wenn die Kommunen und der Kreis das Projekt unterstützen.

Die Stipendien :

Es sollte an dieser Stelle bemerkt werden, das eine privat geführte Schule nicht unbedingt nur Schüler unterrichtet, deren Eltern problemlos das Schulgeld zahlen können. In der Berechnung des Finanzplanes gibt es auch Rückstellungen für Eltern die nur einen Teil der Kosten tragen können. Desweitern gibt es die Möglichkeit Schüler über Stiftungen und Spenden zu fördern, soweit die Schüler die nötigen Fähigkeiten für den Besuch eines Gymnasiums mitbringen. Der Geldbeutel der Eltern ist ausdrücklich kein Kriterium für die Aufnahme von Schülern.

Besondere Merkmale der Schule :

  • Kein Unterrichtsausfall – kein Vertretungsunterricht
  • Das gesamte Personal wird vor Ort ausgewählt und eingestellt
  • Jährliche Klausurtagung des Teams
  • Elektronisches Klassenbuch – Eltern haben Zugang zu Lernstoff & Noten
  • Von Montag – Donnerstag keine Hausaufgaben ( Schule 08.00 – 16.00 )
  • Verpflichtende Schulkleidung
  • Jeder Schüler hat einen Spind für Privates ( z. B: Jacke, Handy )
  • G8 Gymnasium
  • Jedes Kind hat einen eigenen Tisch und Regalfach im Klassenzimmer
  • Keine Kreidetafeln – sondern nur HD – Boards
  • Persönliche Schule bei das Lernverhalten jedes Kindes beobachtet wird
  • Nur zwei Klassen pro Jahrgang ( max. 26 Schüler )
  • Ab der 5. Klasse erhält jedes Kind einen Laptop

Standort Umgebung- Einzugsbereich :

Besonderer Fokus wurde auf die Frage gelegt ob es überhaupt möglich ist eine solche Schule in Speicher zu betreiben.

Es gibt in der näheren Umgebung zu Speicher kein weiteres G8 Gymnasium und nur das Gymnasium in Schweich (Bonhoeffer Gymnasium ) ähnelt dem geplanten Profil in Speicher, liegt aber weit genug entfernt.

Es pendeln in der Umgebung zur VG Speicher ca. 2700 Kinder täglich zu ihrer Schule. Aus der VG Speicher besuchen 224 Schüler Gymnasien in anderen Verbandsgemeinden und 253 Kinder besuchen die Realschule Plus bzw. deren Orientierungsstufen.

Das Potential der Kinder der VG Speicher reicht etwa aus um eine Klasse pro Jahrgang zu füllen. Die restlichen Kinder die für eine zweite Klasse benötigt werden, müssten aus den Gemeinden der Umgebung bis hin nach Bitburg kommen.

Das Gymnasium Speicher hätte in der Endausbaustufe maximal 416 Schüler, mit 26 Schülern pro Klasse bei 2 Zügen pro Jahrgang.

Es erscheint durchaus realistisch, daß die geforderte Anzahl an Schülern erreicht werden kann.

Das Schulgebäude und Gelände :

Ein zweizügiges G8 Gymnasium benötigt pro Kind 20 qm , bei Endausbau mit 416 Kindern wären das in Summe 8.320 qm Grundstücksfläche. Dieses Kriterium ist mit 10.131 qm erfüllt.

Die Räume reichen jedoch auf Dauer nicht aus. Laut Studie liegt die Minderfläche zwischen 986,56 qm und 1.656 qm. Dieser Punkt muss im Detail geprüft werden, kommt aber zunächst nicht zum tragen, da nur mit 2 Klassen begonnen wird ( 5. Klasse ). Bis zur 10. Klasse ist eine ausreichende Zahl von Räumen vorhanden, die in der Fläche sogar größer sind als gefordert.

Danach muss das Raumkonzept mit neuen Klassenräumen ergänzt werden. Die neu benötigte Fläche und die damit verbundenen Kosten müssen separat ermittelt werden. Laut Studie fehlen 5 Unterrichtsräume, die aber eventuell zum Teil im Fachklassentrakt eingerichtet werden könnten. Ein Anbau wäre erst nach 4 Jahren erforderlich ( ab 10. oder 11. Klasse ). Zu diesem Zeitpunkt ist die Schule offiziell anerkannt und wird vom Land getragen. Es ist dann möglich einen Anbau zu finanzieren.

Ein weiterer wichtiger Punkt zur Öffnung der Schule ist der Brandschutz. Seitens der Kreisverwaltung wurde vor 5 Jahren eine Studie erstellt die heute noch gültig ist. Das Thema muß erneut überprüft und notwendige Ausgaben kalkuliert werden.

Personal :

Im ersten Schritt sollte ein/e passende/r Schulleiter/in gesucht werden. Diese Person sollte noch in 2017 gefunden werden, um bei Gesprächen mit interessierten Eltern einen kompetenten Ansprechpartner zu haben.

Wichtige  Milestones :

  • Eintragung der Genossenschaft in das Genossenschaftsregister (Juli 2017)
  • Klärung der Besitzverhältnisse mit Kreisverwaltung und Landrat (Juli 2017)
  • Anerkennung der Gemeinnützigkeit (2017)
  • Sicherstellung der Finanzierung und Spenden (2017)
  • Anwerbung von Schülern (2017)
  • Teilrenovierung der Schule (Brandschutz) (Anfang 2018)
  • Beantragung der Genehmigung als Ersatzschule (verbindliche Anmeldungen müssen vorliegen) (Januar 2018)
  • Genehmigung als Ersatzschule (im Anschluss)
  • Anstellung des notwendigen Personals (Anfang 2018)
  • Schulbeginn August 2018